Ich bin nicht dominant, ich bin die, die für jeden Sch*** kämpfen muss!

Wie ihr wisst, bin ich nicht dafür bekannt, meinen Mund zu halten, wenn mir etwas nicht passt, wenn ich das Gefühl hab, ich werde, oder sonstwer wird, ungerecht behandelt. Dass man mich Emanze schimpft, ist mir egal. Dass man meinen Mann als Weichei betitelt oder als einen, der daheim nix zu sagen hat, ist zwar ebenso gemein, vor allem ist es aber eins – lustig! Lustig deshalb, weil ihr weiter daneben gar nicht liegen könntet.

Ihr denkt, weil ich die lautere von uns beiden bin, die mit der großen Klappe, die, die sich auf Diskussionen einlässt, um sich durchzusetzen, sei ich die „Dominante“ daheim. Nicht, dass es irgendwen was anginge, wenn schon gequatscht wird, lieber richtig. Vielleicht überlegt der ein oder andere das nächste Mal zuerst, wenn er sich ein Urteil aus der Ferne erlauben möchte – bezüglich den sprichwörtlichen Hosen, die in manchen einfachen Köpfen nur eine/r anhaben kann, niemals jedoch beide. Mein Mann ist nicht der, der nix zu melden hat. Er ist der, dessen Wunsch man meistens eh umsetzt, ohne dass er dafür streiten oder sogar noch laut werden müsste. Wir sind meistens einer Meinung, aber wenn wir mal unterschiedliche Dinge wollen, hau ich mich voll ins Zeug. Denn ob ihr’s glaubt oder nicht, auch ich möchte, dass es nach meinem Kopf geht – manchmal sogar zu Recht! Nur damit ihr das richtig seht. Es ist alles eitel Sonnenschein, solange wir eh einer Meinung sind – vorzugsweise seiner bzw. ich erkenne, dass es ihm grad wichtiger ist als mir und dann eben das gemacht wird, was er gern hätt. Ob das nun das Urlaubsziel ist, das Mittagsessen, die Uhrzeit für das Familientreffen. Er will 18 Uhr, ich 12. Ihm ist 18 Uhr aus irgendeinem Grund grad wichtiger als mir 12 – meine Güte, dann treffen wir uns eben um 18 Uhr.

Und überhaupt, hört mir auf mit diesem „Dominant“-Mist. Wer will das? Oder anders: Ich will das nicht! Für mich kann eine Partnerschaft nur auf Augenhöhe stattfinden – jaja, mit nicht mal 1,60 m natürlich im übertragenen Sinn. Jede*r ist, wie sie/er eben ist und wendet typgerechte Bewältigungsstrategien an. Verwechselt laut mal nicht mit dominant und leise nicht mit untertan. Ich bin ein aktiver, lauter Mensch und erreiche manches nur deshalb. Mein Mann ist ein ruhiger Typ, der seine Ziele eben mit Ruhe und ohne großes Aufsehen erreicht. Und stellt euch vor: Darüber hinaus hat er keine Angst vor seiner “Emanzenfrau”. Harter Typ, was?

Und für die ganz Fiesen – nein, Emanzipation hat hier nix mit „zum Mann zu werden“ zu tun! Jeder Blinker müsste es schaffen, Alexa oder vielleicht sogar einen Duden zu befragen: Was bedeutet Emanzipation? Sieh an, selbst mein Handy-Wörterbuch hat eine Antwort parat:

  • Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit, Selbstständigkeit, Gleichstellung.
  • Rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung [der Frau mit dem Mann].

Freie, gleichgestellte Frauen machen dir Angst? Frag ich mich schon irgendwie: Wer ist denn hier nun der Schisser? Oder wie’s die Fiesen sagen “das Weichei”?

Veröffentlicht von Nadine

Nadine hat 2 Kids, 1 Mann, 1 Zuhause. Sie ist Mentaltrainerin und liebt es, eine Meinung zu haben und darüber zu schreiben. Sie ist unperfekt, eine Vollchaotin und manchmal eine KackMom. Mit ihrem offenen Umgang mit ihrem Nicht-Perfekt-Sein möchte sie anderen Mamas sagen: Nobody is perfect, auch Mamas nicht. Du bist okay und wundervoll!

Ein Kommentar zu “Ich bin nicht dominant, ich bin die, die für jeden Sch*** kämpfen muss!

  1. Naja, der Kardinalfehler ist doch offensichtlich. Fehlende Empathie. Wobei ich das nicht so hinstellen möchte, ihr seid ja gewiss auch nicht aus Ödniss under Verderben zusammen;-) Letztlich ist es aber das: Du scheinst, der Post offenbart es zumindest nicht, keine Ahnung davon zu haben was er will. Du weißt was du willst und dass er was anderes will. Und ärgerst dich darüber, dass du ihm hilfst, dass das dass er will klappt. Um es ihm dann in die Schuhe zu schieben, dass es klappt. Dabei hast du es ja erst ermöglicht!
    Ohne dich hätte man nie 18 Uhr gegessen, stimmt. Du vermutest dahin, dass ihr ohne dich nie nie gegeseen hättet und eine ja die Verantwortung schultern muss, dass es was zwischen die Rippen gibt. Weil ja jeder dich anschaut, wenn der Nachwuchs am Ende verhungert vor den Toren Roms liegt.
    Das ist alles nicht falsch. Es ist aber auch Wechselwirkung. Wie dein Mann bist du gleichzeitig Opfer und Täter.
    Ich kenne deinen Mann nicht, dich auch nicht. Aber ich kann dir sagen: ich war oft mit Alleinerziehenden zusammen. Die haben ihre festen Sachen, Zwänge. Nöte. Klar, berechtigt. Meine festen Zwänge, Sachen, Nöte musst eich mir abtrainieren, weil ich es einfacher abtrainieren kann als Mutter mit Kind. Kein Vorwurf, stimmt so, isso. Himmel wurde ich flexibel.
    War dann später der Vorwurfsgrund Nummer eins: ich sei ein Wackeldackel.

    Ja, wir dder sensible Mann an der Seite einer Mutter. Waggeldaggel. Die Geschichte ist so alt wie die Menschheit.

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