Ich schmeiß hin, geb auf! Oder na, warte!

Superdad, Kackmom, Woche 3

Woche 3. Wie läuft unser Platzwechsel-Experiment? Hättest du mich das vor ein paar Tagen gefragt, hätt ich geantwortert: Überhaupt nicht, richtig sch… schrottig! Er geht wie immer selbstverständlich weiß Gott wohin und Kinder und Haushalt bleiben an mir kleben. Ganz selbstverständlich. So kann sich doch kein Mensch eine Karriere aufbauen? Oder doch? Ja doch, denn dieser eine Vormittag den ich verliere kann nicht über sein oder nicht-sein entscheiden. Meine Panik, die in solchen Momenten hochsteigt und gleich ALLES schlecht sein lässt allerdings schon.

Natürlich brauchte der Große übrigens genau an jenem Vormittag elterliche Unterstützung bei den Hausarbeiten aka Homeschooling. Ja, blöd und ja, auch megaunfair, dass ich mich darum kümmern muss und ich könnt durchdrehen, dass ich seit dem ersten Kind nicht und nicht aus dieser Nummer rauskomm. Will eh nicht ganz raus, nur so wie er halt, der Tag für Tag in aller Herrgottsfrühe aufsteht und einfach geht – ja, eh zur Arbeit – trotzdem. Und eh nicht ab früh morgens, so ab 10 würd mir reichen.

Und auch jetzt während des „Platzwechsel“-Experiment bleib ich für den Haushalt verantwortlich. Ja, natürlich – er hatte eine Bandscheiben-OP und soll ja nix heben und wieder: Trotzdem! Und es gab Megazoff, weil ich der Bande verboten hab, Chaos zu machen. Denn erstens bin ich die Vollchaotin hier und kann kein zusätzliches Chaos managen und zweitens komm ich auch nicht zu ihm in die Firma hau mein Zeug da hin und geh einfach wieder. Sagt er: Doch, machst du. Oh, ok, ich nehm mein Zeug da zukünftig halt auch wieder mit, ups.

Und sonst so: Ja, Wandern am Wochenende war klasse – nachdem wir mit dezenter Verspätung und superbegeisterten Kids dann auch losgekommen sind. Mein persönliches Highlight: Sagt meine Kleine am Abend dann zu mir: Mama, ich lieb dich sehr. Als sie mir das das letze mal gesagt hat, hat sie mir hinterher geschickt: Hey, dich, nicht deine Haare! Zurück zum aktuellen Liebesbekenntnis. Ich also, voll gerührt: Ohhhhhhhhh, wie schön. Ich dich auch mein Schatz. Sie: Ja, weil du mit mir viel schneller gefahren bist beim Alpincoaster als Papa letztes Mal. Ich: Jawohl! Ha!!!!! und reib’s ihm voll unter die Nase, was nahtlos in sein Highlight übergeht. Ergänzt die Kleine voll: Jaja, aber insgesamt hab ich den Papa schon viel mehr lieb als dich. Ich: Hey, sowas kannst du doch nicht einfach so raushaun. Sie: Doch, weil er macht alles. Er fährt immer wenn wir in den Urlaub gehen und du schläfst im Auto! Drum hab ich den Papa mehr lieb! Ich wieder (in lustigem Tonfall): Ja, hey und das sagst du mir einfach so ins Gesicht? Sie: Ja und du solltest froh sein, dass du so einen Schatz wie den Papa hast.

Äh, ok, mein liebes 5-jähriges Kind. Bin ich eh: Froh, sprachlos, erstaunt, etwas zerstört vielleicht, aber ja, eh froh.

Auf in Woche 4. Wenn wir uns in dieser Woche nicht beim Scheidungsrichter treffen, sind wir glaub ich safe.

Veröffentlicht von Nadine

Nadine hat 2 Kids, 1 Mann, 1 Zuhause. Sie ist Mentaltrainerin und liebt es, eine Meinung zu haben und darüber zu schreiben. Sie ist unperfekt, eine Vollchaotin und manchmal eine KackMom. Mit ihrem offenen Umgang mit ihrem Nicht-Perfekt-Sein möchte sie anderen Mamas sagen: Nobody is perfect, auch Mamas nicht. Du bist okay und wundervoll!

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