Neue Schule und was, wenn mein Hausverstand nicht klar denken kann und mich als Idiotin outet?

Alles neu nach so einem Schulwechsel. Damit muss man erstmal klar kommen. Vor allem wir, die dazugehörigen Erwachsenen!

Das Kind ist also aus der Volksschule rausgewachsen und besucht jetzt seit ein paar Wochen die neue Schule und einmal einfach alles neu. Er kennt da niemanden und dieses Kind hier mag Ungewissheit nicht sonderlich gern. Wisst ihr wer mit Ungewissheit vielleicht und vielleicht auch nicht umgehen kann, allerdings an der eigenen Unwissenheit fast zerbricht? Korrekt: Moi. Great, die, die das Kind bestärken sollt. Mach ich auch – während ich innerlich schon beinahe comedyartig von einem Eck ins andere renn.

Elternabend hat uns Corona heuer weggecancelt. Infoschreiben gibt es. Mehrere. Im Alltag kommen dann doch Fragen auf, deren Antworten ich nirgendwo finde und zudem ja auch noch die Möglichkeit besteht, dass der richtige Zettel nicht auffindbar ist. Jetzt können wir diskutieren, ob das Kind den Zettel zuletzt lebend gesehen hat oder doch ich. Eines der Mysterien, die wir nie lösen werden. Die meisten Zettel sind eh von mir digitalisiert worden und gespeichert. Hach, klingt das nice. Pssst, „von mir digitalisiert“ bedeutet mit der Dokument-Funktion am Handy fotografiert, und zack, hört es sich halt so an als ob das jede/r könnt. Weil’s ja auch so ist. Wetten, ein paar so: Was? Mein Handy hat eine Dokument-Fotografie/Scan-Funktion? Ja, hat es: je nach Handy unter Notitzen/Memos, dann auf + oder Galerie und dann „Dokument scannen“.

Gut, was ist nun, wenn ich nirgendwo die Antwort auf meine Frage finde? Hab ich den Zettel verschludert? Hat es besagter Zettel jemals heil bis in unser Zuhause geschafft? Gibt es einfach keinen Zettel auf dem ich die passende Antwort finde? Grad so geschehen: Kind ist krank. Was jetzt? Erst mal versuchen, schön zu reden. Jetzt stehst du mal auf, vielleicht ist es gar nicht so schlimm und du bist gesünder als du das im ersten Moment nach dem Aufstehen meinst. Nope, tatsächlich so stark erkältet, dass du daheim bleiben musst. Shit, wem sag ich das jetzt? Und wie? Ich bin selbst erkältet, was bedeutet, dass meine Stimme einem Horrorfilm-Krächzen gleichkommt, mit dem du nun wirklich niemandem in den frühen Morgenstunden den Lebenswillen rauben möchtest. Zurück zu vielleicht stell ja einfach ich mich kränker als ich bin und verfalle in Schockstarre, Decke übern Kopf und gut. Bis ich halt merke, F***, ich bin hier die Mama, reiß dich zusammen, Mensch. Meine Güte wär ich grad lieber das Kind!

Ok, gesunder Menschenverstand also. ABER, woher weiß ich denn, dass er gesund ist, dieser Hausverstand. Was, wenn der Hausverstand des anderen zu mir sagt, sorry, was ist mit deinem Hausverstand los, wie unbeholfen bist du? Bist du doof? Ja, was dann? Ja NIX. Erstens denken Menschen in der Regel nicht so abschätzig und zweitens falls doch, jo mei, Hauptsache ich komme zu meiner Info um Himmels Willen.

Gut, ich schreib eine Email ans Sekretariat. Oder doch an die Klassenvorständin? Macht das Sinn? Sie hat bestimmt noch andere Klassen zu unterrichten? Sekretariat. Keine Rückmeldung. Wird schon passen. Mein Mann verfällt derweil in eine „das Kind muss doch nachschreiben“-Haltung. Ja, anno dazumal war das noch so. Da sind wir krank daheim gesessen und haben rotzend und fiebrig das Zeug nachgeschrieben, ohne dass wir uns hinterher daran erinnern hätten können. Fieber ist zwar keins im Spiel und dennoch hab ich mir von seinen früheren Lehrer*innen sagen lassen: Das Kind soll sich daheim erholen und wenn es wieder gesund ist, sich um die Sachen zum Nachschreiben kümmern. Niemand wird den Anschluss verpassen, wegen einer 3-tägigen Abwesenheit. Am 2. Tag schreib ich dennoch der Klassenvorständin direkt und frag ob’s eh ok sei, wenn er sich den verpassten Lernstoff eben besorgt, sobald er wieder in der Schule ist. Ja, passt. Am dritten Tag, ruf ich an. Ich hab meine Stimme back. Also den Großteil jedenfalls.

Alles in allem wär’s dennoch frein, wenn er einfach mal einen Kumpel anrufen könnt und fragen was er so verpasst hat die letzten Tage. Leider kennt er noch niemanden in seiner Klasse näher. Auch das ist neu. Genauso neu, wie hey, ich hab da einen Spind, also einen halben jedenfalls und oje, mein Schlüssel ist verschwunden.

Weiter geht’s mit jetzt ist das Kind soweit gesund, schonen soll er sich aber trotzdem noch und heute noch nicht im Sportunterricht draußen in der Kälte rumrennen. Lieber soll er in der Zeit schon mal mit Nachschreiben anfangen. So, wem sag ich das jetzt wieder und geht das überhaupt und soll er einfach in der Klasse sitzenbleiben oder mit zur Turnhalle gehen und dem Sportlehrer Bescheid geben? Die meinen doch, ich spinne, wenn ich mich jetzt schon wieder in der Schule melde. Ja was soll’s. Ich schreib auch heute einfach mal ins Sekretariat, dass ich darum bitte, das Kind vom Sportunterricht zu befreien und falls es aus schulischer Sicht möglich ist, meine Erlaubnis hat er, dass er ohne Aufsicht in der Klasse bleiben darf und sich anschaut, was er so verpasst hat. Im Grunde habe ich keine Ahnung, ob ich das bestimmen darf oder nicht. Dem Kind gebe ich ebenso einen Zettel für den Sportlehrer mit, auf dem sinngemäß dasselbe steht.

Das andere Kind? Ahhhh, das andere Kind! Das habe ich nebenbei gut überreden müssen, aufzustehen und in die Gänge zu kommen. Jetzt spielt es draußen mit den Nachbarskindern, während ich im Schnelldurchlauf jetzt erst dazukomme, mich tagestauglich zu machen. Halbwegs jedenfalls, muss reichen, wen trifft man schon um diese Uhrzeit? Wir spazieren los zum Kindergarten. Wow, wie groß die schon sind. Ciao Mädels, habt an schönen Tag!

Was meint eigentlich der andere dazugehörige Elter? Der ist mit seinem Frühaufsteher-ich-bin-dann-mal-weg-Rhythmus hier eindeutig im Vorteil und ordnet aus der Ferne an: Ruf einfach an. Jo genau! Nice Try, suchst du die Nummer selbst raus oder soll ich das für dich übernehmen? Mir reicht das mit den Emails, ich mag da nicht als „die schon wieder“ anrufen. Ich glaub, ihm reicht’s eh auch so. Mein Arbeitstag kann beginnen. Hallöchen Texten, Videoschneiden, Coaching-Angebot ausarbeiten. Ob sich das heute alles ausgeht, bevor die Kids zurück sind? Wanna guess?

Veröffentlicht von Nadine

Nadine hat 2 Kids, 1 Mann, 1 Zuhause. Sie ist Mentaltrainerin und liebt es, eine Meinung zu haben und darüber zu schreiben. Sie ist unperfekt, eine Vollchaotin und manchmal eine KackMom. Mit ihrem offenen Umgang mit ihrem Nicht-Perfekt-Sein möchte sie anderen Mamas sagen: Nobody is perfect, auch Mamas nicht. Du bist okay und wundervoll!

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